„Freizeit für Ältere“ im Spessart

Ausgedehnte Wälder, idyllische Flusstäler, Geschichte und Kultur - dies alles bietet der Spessart. Es ist die waldreichste Mittelgebirgslandschaft im Herzen von Deutschland. Im frühen Mittelalter war der Spessart kaiserlicher Bannwald und der Jagd durch den Adel vorbehalten. So kann man sich gut vorstellen, dass in der armen Bevölkerung Wilderer und Räuber lebten. Das „Räuberland“ hat es dieses Jahr den 32 Freizeitteilnehmern angetan und das Hotel „Hochspessart“ in Heigenbrücken war das Ziel. Der Ort liegt im Mainviereck der Städte Miltenberg, Aschaffenburg, Bad Orb und Gemünden. In Heigenbrücken gibt es unter anderem ein Naturschwimmbad, einen Wildpark und einen Kletterwald. An den freien Tagen hatte man Gelegenheit diese Orte zu besuchen.

Am ersten Abend trafen sich die Teilnehmer in der „Freizeitrunde“ im Kaminzimmer zum Begrüßungs- und Infoabend. Jeweils nach dem Frühstück begann der Urlaubstag mit einer Andacht im Gruppenraum, auch wurden die Tage am Abend in dieser Runde beschlossen. Das Programm für den folgenden Tag wurde besprochen und Verabredungen getroffen. Immer wieder wurde das Thema der Freizeit: „was hat mich geprägt?“ in Gesprächen aufgenommen.

Der erste Ausflug führte zum berühmten Wasserschloss nach Mespelbrunn (Bild 1) mit einer Führung durch die Anlage. Spätestens seit dem Film „Das Wirtshaus im Spessart“ (1957, Liselotte Pulver und Carlos Thompson) ist es ein Begriff geworden.

Bei der Führung gab’s eine Anekdote am Rande: früher wurde bei den fürstlichen Jagden das Wild auf einen Schießplatz getrieben auf dem die Jäger warteten. Rund um den Platz wurden Tücher aufgespannt um die Tiere aufzuhalten. Ist dann doch eines entkommen, dann sagte man erbost„ . . ist durch die Lappen gegangen!“. Dieser Ausspruch wird auch heute noch bei vielen anderen Gelegenheiten benutzt.

Am Nachmittag ging es weiter nach Miltenberg am Main (Bild 2). Seine gut erhaltene Altstadt, mit Winkeln und Gassen, prächtigen Bauten aus Fachwerk und Buntsandstein ist sehenswert. Hervorzuheben sind vor allem der Marktplatz, besser bekannt als „Schnatterloch“, die älteste Fürstenherberge Deutschlands, das Gasthaus „Zum Riesen“ und das Alte Rathaus.

Der Alleinunterhalter mit seiner „Quetschenmusik“ am Mittwochabend brachte viel Spaß. Mit Liedern aus längst vergangenen Zeiten, wurde in fröhlicher Runde nach Herzenslust gesungen und gefeiert.

Beim Ausflug nach Aschaffenburg fällt schon aus der Ferne ein monumentaler Renaissancebau mit Türmen auf, das Schloss Johannisburg, der ehemaligen Residenz der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten. Hier war der Auftakt der Führung durch die Altstadt. Über malerische Gässchen ging es vorbei an historischen Gebäuden, traditionellen Kneipen und Restaurants. Angelangt am Stiftplatz mit Brunnen geht es über die Treppe hinauf in die Stiftskirche. Diese spätromanische Stiftskirche mit dem Kreuzgang bildet eine Einheit mit den mittelalterlichen Gebäuden des Umfeldes. Im Innern sind zahlreiche Kunstschätze und Kleinodien zu bewundern (bekannt ist Grünewalds „Beweinung Christi“). Der großartige Magdalenenaltar von Lukas Cranach ist im Stiftsmuseum nebenan zu sehen.

Zum Ausklang wurde am Nachmittag der Landschaftspark Schönbusch besucht (Bild 3). Ein englischer Landschaftsgarten mit seinen alten Bäumen, Pavillons, seinem Schlösschen und großem See, seinem Gartenrestaurant mit Biergarten ist für die ganze Region ein beliebtes Ausflugsziel. Über weitläufige Spazierwege ist der Park sehr gut vernetzt und erlebbar. Somit war es für alle ein erholsamer Abschluss an diesem Tag.

Am Freitag ging die Busfahrt nach Lohr am Main. Heute ist im Schloss zu Lohr am Main das Spessartmuseum untergebracht. Zu Themen „Mensch und Holz“, „Jagd und Forst“, „Glas und Spiegel“ gibt es Räume die nur diesen Bereichen zugeordnet sind. Es ist dann eine spannende Zeitreise durch Vergangenheit und Gegenwart zu bestaunen. Wasser und Holz als Rohstoff und Energieträger spielten eine große Rolle. Vor allem bei der Eisenverarbeitung, Glas- und Spiegelherstellung setzte man bereits früher die jeweils modernste Technik ein. Eine Besonderheit ist die Abteilung zu den legendären „Spessarträubern“ und zur Spessarter Glasherstellung. Seltene Glanzstücke aus sechs Jahrhunderten sind zu sehen (Bild 4). Im Anschluss gab es eine kleine Stadtführung bis zur Mittagspause. Am Nachmittag Fahrt mit dem Bus zur Schiffsanlegestelle am Mainufer.

Eine 1,5 stündige Schiffsrundfahrt bot Erholung und Entspannung. (Bild 5)

Am Samstag trafen sich nach dem Frühstück die Gäste zu einem Gottesdienst. Das Abendessen war als „Spessart-Räuber-Buffet“ arrangiert und bot traditionelle Speisen der Region. Anschließend wurde der Abschlussabend gefeiert. Heiteres und Besinnliches wechselten sich ab und vor allem wurde ein großes Dankeschön ausgedrückt. Wieder war es eine fröhliche Gruppe, die so dankbar für die schönen Tage mit gutem Wetter war, dankbar für die hervorragende Küche, die jeden Tag besondere und schmackhafte Mahlzeiten anbot. Nicht zu vergessen sind die Hotelmitarbeiter, die zu jeder Zeit freundlich und aufmerksam alle Wünsche zu erfüllen bemüht waren.

 

Nach einer Woche voller besonderer Erlebnisse ging nun die Freizeit für Ältere 2017 am Sonntag mit der Heimfahrt nach Faurndau zu Ende.